Auf den Spuren der Glasschleifer

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PLEYSTEIN. (obx) - Es ist eine Zeitreise auf 78 Kilometern Länge: Im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald wartet auf Wanderer ein Rendezvous mit der Geschichte. In fünf Etappen folgt der Glasschleifererweg den bis heute erhaltenen und gut sichtbaren Spuren der großen Handwerkstradition, die die Region prägte.

Vor über 300 Jahren ließen sich französische Flüchtlinge in der nördlichen Oberpfalz nieder und begannen mit der Herstellung von Spiegeln. Dazu war geschliffenes Glas notwendig: So entstanden entlang von Flüsschen und Bächen aus früheren Eisenhämmern oder Mühlen die ersten Schleif- und Polierwerke. An deren Ufern begegnen Wanderer über zwanzig ehemaligen Glasschleif- und Polierwerken. Sie alle nutzten die Energie des Wassers zur Glasveredelung.

Der Rundweg führt in fünf Etappen durch eine sanfthügelige Mittelgebirgslandschaft entlang der Flüsschen Pfreimd, Goldbach, Tröbesbach und Zottbach.  Entlang des Zottbaches weisen heute noch die Ortsnamen auf die Betriebe hin - wie Pingermühle, Peugenhammer, Hagenmühle oder Neuenhammer. Die meisten hiervon waren zwischen dem 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts Schleif- und Polierwerke. Diese sind noch heute soweit erhalten und an den dafür charakteristischen großen Längsgebäuden am Bach erkennbar. An dem reizvollen Weg entlang der Grenze zur Tschechischen Republik liegt außerdem der Ort, für den die erste Glashütte der Oberpfalz aus dem Jahr 1487 bezeugt ist: Frankenreuth.

Die Markierung des Weges zeigt ein Kristallglas auf weinrotem Grund. Die rote Farbe versinnbildlicht den Polierstaub, das so genannte Potée. Eine noch gangbare Glaspolier steht in der Hagenmühle bei Pleystein. Erhalten ist dort als Teil der historischen Spiegelglasschleiferei ein Raum, in dem bis zum vergangenen Jahrhundert die zunächst unebenen Flachglasscheiben auf  Schleiftischen durch mit Wasserkraft betriebenen Schleifblöcken glattgeschliffen wurden. Der ganze Raum ist überzogen von dem rötlichen Potéepulver, das für das Polieren der Scheiben mit dicken Filzplatten benötigt wurde.  

Ausgangspunkt der Wanderung ist die seit über 160 Jahren bestehende Mühle Gehenhammer bei Georgenberg. Entlang der Route über Pleystein, Moosbach, Burgtreswitz, Tröbes, Eslarn und Waidhaus begegnen Wanderer immer wieder dem Thema Glas. Ein Ein- oder Ausstieg ist in allen Orten entlang der Stecke möglich.

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Alte Mühle Gehenhammer. (Foto: obx-news / Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat)