Neue Regeln auf dem Glücksspielmarkt

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Die Online-Glücksspielbranche ist eines der am schnellsten wachsenden Segmente in der Europäischen Union. Bisher bewegte sich das Online-Glücksspiel in Deutschland jedoch mehr oder weniger in einer rechtlichen Grauzone. Lediglich in Schleswig-Holstein wurden Lizenzen vergeben, die allerdings nur auf das Bundesland beschränkt waren.

Dagegen haben sich einige Betreiber aus der Branche gewehrt, weil sie sich in ihrer Dienstleistungsfreiheit beschränkt sahen. Sie hatten mit ihrer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof Recht bekommen, die Bundesrepublik musst deshalb nachbessern.

So wechselt Deutschland zu einem regulierten landesweiten Online-Glücksspielmarkt. Es wird Casino- und Pokerprodukte erlauben, obwohl einige Bundesländer davon nicht begeistert sind. Trotzdem eingten sich zu Beginn des Jahres die Ministerpräsidenten auf eine Novellierung des Staatsvertrags zum Glücksspielwesen in Deutschland (GlüStV), kurz auch "Glücksspielstaatsvertrag" genannt. Es ist ein Staatsvertrag zwischen den 16 deutschen Bundesländern, der bundeseinheitliche Rahmenbedingungen für die Veranstaltung von Glücksspielen geschaffen hat.

Lizenzen werden vergeben

Vorgesehen ist jetzt die Vergabe von Lizenzen – allerdings unter strengen Auflagen.  Anbieter wie Online Casino Deutschland sehen sich so neuen Herausforderungen gegenüber. Demnach sollen bisher nicht erlaubte Glücksspiele im Internet wie Online-Poker, Online-Casinos oder Slot Spiele  künftig möglich sein. Der neue Glücksspielstaatsvertrag sieht auch strengere Regeln zum Spielerschutz vor. So soll es bei Glücksspielen im Internet ein Einzahlungslimit von 1000 Euro im Monat geben. Es ist weiterhin geplant, die Spiel- und Spielerdaten bundesweit bei einer Aufsichtsbehörde zu speichern und eine Sperrdatei für Risikospieler einzurichten. Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag können sich die Betreiber von Seiten mit Online-Glücksspiel nun um eine Lizenz in Deutschland bewerben. Der neue Staatsvertrag muss noch von den Landesparlamenten ratifiziert werden und soll dann am 1. Juli 2021 in Kraft treten.

Anbieter sind bereit für Kompromisse

Augenblicklich vergibt lediglich Schleswig-Holstein Lizenzen für Online-Glücksspiele. Dort akzeptieren lizenzierte Online-Glücksspielanbieter die neuen Grenzen für Fernsehwerbung, um die Aufsichtsbehörden zu beruhigen. So haben sich die Online-Casino-Betreiber in Schleswig-Holstein verpflichtet, ihre Werbepräsenz im landesweit ausgestrahlten freien Fernsehen gemeinsam zurückzusetzen und versprechen ein absolutes Maximum von 17.000 Minuten pro Monat. Diese Regularien haben sie sich freiwilig auferlegt, sie werden vom Deutschen Verband für Telekommunikation und Medien (DVTM) und dem Zentralverband der Deutschen Werbebranche (ZAW) vorgegeben. Diese überwachen die neuen Einschränkungen, der DVTM wird regelmäßig Berichte bei der staatlichen Glücksspielbehörde einreichen. Ein angeblich massiver Anstieg der Glücksspielwerbung sei dafür ausschlaggebend gewesen. "Leider werden Fake-News über den angeblichen Anstieg der Glücksspielwerbung von Interessenverbänden wie der Automatenwirtschaft, aber auch von politischer Seite immer wieder in Umlauf gebracht und haben sich in einigen Köpfen, insbesondere von Politikern, festgesetzt. Mit solch manipulativen Parolen wird Politik gemacht – zum Schaden einer Branche", so Renatus Zilles, Vorstandsvorsitzender des DVTM.

Viele neue Spielmöglichkeiten

Die sogenannte Long Tail -Theorie besagt, dass gerade im Internet Nischenprodukte sehr profitabel sein können. Vorreiter wie Ebay oder auch Amazon zeigen, wie das funktionieren kann. Hier werden Produkte, die lediglich eine kleine Zielgruppe haben, trotzdem immer Abnehmer finden. So wird es auch zukünftig bei den vielfältigen Spielmöglichkeiten sein.

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Foto: © Gerd Altmann / Pixabay.com
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