Was eine klassische mechanische Armbanduhr so besonders macht

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OBERPFALZ. Die Zeit lässt sich an verschiedenen Geräten ablesen. Viele Menschen greifen heutzutage zu ihrem Smartphone, um zu erfahren, wie spät es ist. Andere tragen eine Smartwatch am Handgelenk, die ihnen zudem andere Funktionen wie die Aufzeichnung ihrer sportlichen Aktivitäten und das Lesen ihrer E-Mails bietet.

Nicht wenige Personen setzen allerdings auch heute noch auf die klassische mechanische Armbanduhr. Sie wollen damit nicht nur stets die Uhrzeit im Blick haben. Sie legen außerdem viel Wert auf ein exklusives Äußeres, zu dem ihr Zeitmesser einen gewissen Teil beiträgt. Nicht umsonst sind Markennamen wie Rolex, Omega und Tissot eng mit dem Verständnis von Luxus verbunden.

Obwohl der Markt der Armbanduhren riesig ist, stechen doch einige Modelle heraus. Sie haben sich durch ihre Optik und ihre Funktionen zu Klassikern entwickelt, die sich bei Uhrenliebhabern größter Beliebtheit erfreuen. Wenn sie beispielsweise eine Tudor Black Bay entdecken, dann schlagen ihre Herzen höher. Es handelt sich dabei um eine Taucheruhr, die in verschiedenen Farben und Materialien sowie mit unterschiedlichen Armbändern erhältlich ist. Charakteristisch ist unter anderem die Form des Stunden- und des Sekundenzeigers. Je nach Modell verfügt die Black Bay über Komplikationen wie eine Datumsanzeige oder eine kleine Sekunde.

Zu den beliebtesten Armbanduhren überhaupt gehört auch die Cosmograph Daytona von Rolex. Sie wurde bereits im Jahr 1963 eingeführt. Ihren Siegeszug trat sie jedoch erst einige Jahre später an, als Prominente wie der Schauspieler Paul Newman das Modell für sich entdeckten und regelmäßig trugen. Der Name der Uhr verrät bereits die enge Verbindung zum Motorrennsport. Schließlich befindet sich in Daytona Beach in Florida eine der berühmtesten Rennstrecken der Welt. Eine der Veranstaltungen, die jährlich auf dem Kurs ausgetragen werden, sind die 24 Stunden von Daytona – bei denen Rolex seit 1991 als Sponsor auftritt. Die Sieger des Rennens erhalten als Prämie eine Cosmograph Daytona mit graviertem Gehäuseboden. Diese Exemplare erfreuen sich unter Sammlern besonderer Beliebtheit.

Auch die Nautilus von Patek Philippe und die Speedmaster von Omega sind Armbanduhren, mit denen die Besitzer einen bleibenden Eindruck bei Kennern hinterlassen. Dass das so ist, haben sie einem Mann namens Peter Henlein zu verdanken. Der Schlossermeister lebte Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts in Nürnberg und entwickelte dort eine Taschenuhr – das so genannte Nürnberger Ei. Es gilt heute als Vorläufer der Armbanduhr, da es Henlein gelang, das komplizierte Uhrwerk in einem recht kleinen Gehäuse unterzubringen. So wussten seine Zeitgenossen stets, wie spät es ist, ohne auf den Kirchturm zu schauen oder das Läuten der Glocken abzuwarten. Aus der Taschenuhr entwickelten sich mit der Zeit Modelle, die am Handgelenk getragen werden konnten. Allerdings taten dies bis ins 20. Jahrhundert vornehmlich Frauen, während Männer nach wie vor Taschenuhren nutzten. Es war vor allem der fortschrittlichen Schweizer Uhrenindustrie zu verdanken, dass sich die Armbanduhr schließlich durchsetzen konnte. Und auch wenn in den 1970er-Jahren die ersten digitalen Uhren auf den Markt kamen, blieben mechanische Uhren weiterhin Statussymbole.

Einige Armbanduhren sind heute Millionen von Euro wert. So wurde zum Beispiel im November 2019 ein Grandmaster Chime von Patek Philippe für etwa 31 Millionen Dollar versteigert. Damit ist sie die teuerste Armbanduhr, die je den Besitzer gewechselt hat.

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