REGENSBURG. Zum vierten male traten am Samstag, den 17. März sechs aus 82 Bewerbungen ausgewählte Magier/innen gegeneinander an um die Gunst von Jury und Publikum zu gewinnen. Und neben der Gunst natürlich auch die ausgelobten Geldpreise, den begehrten 'Bierschlegl' und den damit verbundenen Soloabend auf 'der anderen Bühne' im Spetember dieses Jahres.
Das Publikum im komplett ausverkauften Weißen Saal des neu eröffneten Kneitinger Schlossgartens (ehemaliger Prüfeninger Schlossgarten) bekamen einiges geboten. Darbietungen wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten. Nach der Begrüßung durch den Initiator Rudy Christl der auch launig durch den Abend führte und nach ein paar charmanten Worten von Kneitinger Geschäftsführer Martin Sperger begann der Wettbewerb und damit die wirklich harte Arbeit für die Jury. Diese bestand aus Felix Schweiger alias Siebensinn, 3. der Weltmeisterschaft im Zaubern, Herbert Feldbauer, bekannt als Moderator von Radio Charivari und Rudy Christl (1. Vorstand des Kulturvereins Zaubertheater Regensburg e.V.)
Die Reihenfolge der Auftritte wurde der Fairness halber vorab ausgelost, den Start machte Collin und seine bezaubernde Partnerin Selina. Nachdem Collin sogar einen Trick öffentlich erklärte der dann aber am Ende doch wieder eine Überraschung barg, zeigten die beiden ein verblüffendes Kunstsück, bei dem Selina mit verbundenen Augen auf der Bühne sitzend 'durch die Augen von Collin' Gegenstände erkannte, die Collin inmitten des Publikums gezeigt wurden. Ja sogar die Füllmenge einer Creme-Tube konnte Selina zielsicher erkennen. Die Jury belohnte die zwei Künstler dafür mit dem 1. Platz und damit dem Hauptpreis sowie einem Soloabend in 'der anderen Bühne' im Gasthaus Arberhütte am 21. September.
Mit Startnummer zwei kam Tom Tak, der Igor Osambasi spielte, einen Zeitreisenden in Raum und Zeit. Mit hintergründigem Wortwitz produzierte er einen antiken Gegenstand nach dem anderen und zauberte sich damit bei der Jury auf Platz zwei! Als Lokalmatadoren traten dann gleich drei junge Männer an, die sich Magic Trinity nennen. Ob mit in Panzertape eingewickeltem Kopf dennoch verschwundene Karten produzierend oder mit poetischer Jonglage, sie begeisterten das Publikum auf ihre eigene, teilweise ungestüme Art zu zaubern. Nach der Pause kam dann Christoph Demian, ein Österreicher der inzwischen in Mainz lebt. Völlig unaufgeregt plauderte er mit dem Publikum, während er ein magisches Wunder nach dem anderen zur Schau brachte. Highlight war dann, als er ein älteres Paar, das nach deren Angaben schon 45 Jahre verheiratet ist auf die Bühne holte. Während sie die Augen geschlossen hatte berührte der Magier den Mann leicht zweimal an der Schulter und an der Nasenspitze, fragte dann die Frau wo sie etwas gespürt hatte und sie hatte offensichtlich genau an diesen Stellen ebenfalls eine Berührung gespürt. Für diese beeindruckende Performance wurde Christoph Demian vom Publikum einhellig belohnt mit dem Publikumspreis des Abends.
Start Nummer 5 war dann Rosa - der Name ist Programm. In einem Flash an Rosa, vom Outfit über gefühlte 100 Handtaschen bis hin zum mitgebrachten Wein - natürlich ein Rosé- produzierte sie ein riesiges Chaos auf der Bühne während sie einen auf die Bühne geholten, männlichen Gast als Assistenten anflirtete und bezirzte. Eine Spielkarte verschwand und erschien im original verpackten Überraschungsei, ein Geldschein verbrannt und erschien mit der Seriennummer kontrolliert in der original verschlossenen Flasche Rosé-Wein. Hierfür bekam Rosa den 3. Platz der Jurywertung.
Der letzte Teilnehmer war Meister Eckart aus Neu-Ulm, fast etwas gruselig in der Gestalt und im Outfit eines mittelalterlichen Jahrmarktgauklers spielte er nicht nur einen uralten Leierkasten, sondern zauberte auch im scary Stil eines Gauklers. Höhepunkt seiner Darbietung war das Verbannen böser Gedanken in eine von einer Zuschauerin völlig frei aus mehreren ausgewählten Kokosnuss. Nachdem alle aufgeschlagen wurden zeigten sich alle innen reinweiß wie Kokosnüsse eben sind, bis auf die mit den bösen Gedanken die sich innen dann als tiefschwarz präsentierte.
Am Ende waren sich alle Zuschauer einig, es war ein sehr unterhaltsamer Abend und fast alle gingen zwar gut gelaunt, aber doch grübelnd nach Hause denn jeder Künstler hinerließ Diskussionen und Fragezeichen über das Wie... Und selbst Petrus zeigte sich an dem Abend von seiner magischen Seite, denn trotz Frühling, als die Besucher den Schlossgarten verließen war alles in weiß getaucht mit dem unerwarteten Schnee... Magie gibt es eben überall
Die nächste Veranstaltung der anderen Bühne ist am 20. April 2018, dann wieder auf der Stammbühne im Gasthaus Arberhütte. Zu Gast ist dann einer der besten Musikkabarettisten Deutschlands (auch wenn er eigentlich Schweizer ist), Roger Stein. Ein Mann, der die letzten Jahre alle Kleinkunstpreise abgeräumt hat, die es zu gewinnen gibt. Karten erhältlich an allen VVK-Stellen und auf okticket.de