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Kinderrechte müssen auch umgesetzt werden

|   Regensburg

REGENSBURG. Die HSD Hochschule Döpfer lädt am 20. September, pünktlich zum Weltkindertag und zum Start des neuen Studiengangs „Soziale Arbeit“, zur Veranstaltung „HSD Talk Soziale Arbeit: Kinderrechte in Regensburg?!“ ein.

Mit dem Lied von den Kinderhänden „Sind so kleine Hände, winz´ge Finger dran…“, auf die man niemals schlagen darf, hat Bettina Wegener 1978 eine wichtige Forderung der Kinderrechtsbewegung vertont. Doch nicht zuletzt die Coronapandemie zeigt, dass Kinder auch 32 Jahre nach Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention noch immer nicht dieselbe Achtung erfahren wie Erwachsene, sondern diese über ihr Wohlergehen und ihre Gesundheit entscheiden. Ein guter Grund, um sich im Rahmen des kostenlosen und digitalen HSD Talks am Weltkindertag mit der Frage zu beschäftigen, wie Regensburger Einrichtungen Kinderrechte deuten und anwenden.

Eigentlich hätte Andreas Eylert-Schwarz allen Grund zum Jubeln: Als Pädagoge mit Realschlussabschluss gestartet, hält er heute die Doktorarbeit in Händen und hat zugleich einen Ruf als Professor für Soziale Arbeit an die HSD Hochschule Döpfer nach Regensburg erhalten. Doch fassungslos verfolgte er im Juni die Nachricht, dass der Bundestag aufgrund von Detailfragen leichthin die Chance, Kinderrechte in der Verfassung zu verankern, vermasselt.

Dafür zeigt der engagierte Hochschullehrer kein Verständnis: „Gerade die Coronapandemie zeigt, dass Minderjährige noch immer nicht gleich geachtet werden wie Erwachsene. Obwohl man über die möglichen Langzeitfolgen von Covid19 bei Kindern noch wenig weiß, wird es im Herbst wieder heißen: Maske, Lüften, Nasenflügeltest, weil es im zweiten Jahr der Pandemie noch keine geeigneten Schutzmaßnahmen für Kinder gibt. Die sozialen und bildungspolitischen Folgen der Kontaktbeschränkungen für die junge Generation werden uns wahrscheinlich noch jahrelang begleiten. In dieser Situation hatte die Bundesregierung die Möglichkeit, die im Koalitionsvertrag verabredete Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz umzusetzen. Und scheiterte an parteipolitischem Hickhack“, so der erfahrene Sozialarbeiter sichtlich verärgert. „Dabei zeigt die Arbeit an der Basis, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, Kinderrechte und Kinderschutz im Alltag zu leben. Das wollen wir anhand einzelner Beispiele aufzeigen.“

Aus der Praxis für die Praxis
Auf der Agenda beim HSD Talk am 20. September stehen ab 18 Uhr mehrere, kurze Vorträge von RepräsentantInnen aus Regensburger Einrichtungen sowie der Hochschule. Eingeladen sind neben ErzieherInnen und SozialarbeiterInnen auch interessierte Eltern und Studierende bzw. InteressentInnen an einem Studium Soziale Arbeit. Dieses wird erstmals zum Wintersemester an der HSD Hochschule Döpfer angeboten. Der neue Regensburger Studiengang, der bereits akkreditiert ist und in sechs Semestern zur staatlichen Anerkennung als Sozialarbeiter*in führt, kann im Anschluss an den Austausch kennengelernt werden.

Moderation: Prof. Dr. Andreas Liebl (Vizepräsident der HSD Hochschule Döpfer)

- 18 Uhr: Begrüßung  
- 18:10 Uhr: Die UN-Kinderrechtskonvention und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit  
- 18:30 Uhr: Kinderrechte in der Praxis 1 – Kinderrechte und -perspektiven in der Familienberatung  
- 18:40 Uhr: Kinderrechte in der Praxis 2 – Kinderfreundliches Regensburg 
- 18:50 Uhr: Kinderrecht in der Praxis 3  –  Beschwerderechte von Kindern in der Heimunterbringung
- 19 Uhr: Fragen und Austausch   
- 19:30 Uhr: Studium der Sozialen Arbeit an der HSD – Inhalte, Praxis, Anrechnung
 
Anmeldung für die Zusendung des Zoom-Links unter www.hs-doepfer.de.

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Foto: Sylwia Aptacy / Pixabay