REGENSBURG. Nach mehr als zwei Jahren pandemiebedingter Ausnahmesituation konnte das Regensburger Filmfest der Extreme endlich wieder im normalen Festivalmodus durchgeführt werden. Vier Tage Horror, Thriller und Science-Fiction standen von Donnerstag bis Sonntag auf dem Programm, diesmal jedoch ganz ohne Online-Variante als reines Präsenzfestival im Ostentor Kino – mit durchschlagendem Erfolg.
Mehr als 1800 Besucher konnten während des HARD:LINE Film Festivals aktuellen Strömungen und Tendenzen innerhalb des Genres nachspüren, Filmgesprächen lauschen und Filmemacherinnen und Filmemacher aus der ganzen Welt kennenlernen. Im Fokus stand dabei das "Directors Spotlight", das wegen der geltenden Reisebeschränkungen während der Pandemie ebenfalls nicht durchgeführt werden konnte. Anhand dreier ausgewählter Filme wurde das Schaffen des malaysischen Regisseurs Dain Iskandar Said portraitiert und eröffnete so den Zugang zu einem der spannendsten und meistgefeierten Filmemacher des asiatischen Raums. Dem Fachpublikum des Festivals sowie jungen regionalen Filmschaffenden gab er zudem während einer Masterclass Einblicke in die Handwerkskunst seiner Arbeiten.
And the winner is...
Begleitet wurde der aus Kuala Lumpur eigens nach Regensburg gereiste Regisseur von seiner Produzentin Nandita Solomon, die zusammen mit zwei weiteren Juroren die Ehre hatte, den besten europäischen phantastischen Kurzfilm des Festivals zu prämieren. Im Rahmen eines internationalen Wettbewerbes konkurrierten zehn Filme um einen der begehrtesten Kurzfilmpreise weltweit, der in Regensburg als deutscher Vertreter der Méliès International Festivals Federation verliehen wird. Der Gewinnerfilm zieht damit in die Hauptrunde der Competition ein, die während des Sitges Film Festivals entschieden wird. Hier buhlen die Gewinnerfilme aller Méliès-Festivals um den Méliès D’Or, den Hauptpreis für den besten Kurzfilm Europas.
Die Jury für den Méliès D'Argent entschied sich für die schwedische Science-Fiction Produktion LOST IN THE SKY und lobte den emotionalen Tiefgang und die „grandiose Visualisierung, die den Zuschauer in eine Welt voller Einsamkeit entführt“. Der Geschichte des kleinen Roboters mit dem großen Herz wurde von den Juroren eine große Zukunft prophezeit.
Die Razor Blade - der Publikumsaward in neuem Design
Doch auch das Publikum hat beim HARD:LINE etwas zu entscheiden. Das Festival überreichte in diesem Jahr den neu designten Award für den besten Langfilm und den besten Kurzfilm. Die über 30 cm hohe Statuette ist eine Kooperationsarbeit der Regensburger Künstler André Bockes und Lilly Peithner.
Erhalten hatte die Silver Razor Blade für den besten Kurzfilm des Festivals ebenfalls LOST IN THE SKY. Regisseur Simon Öster und Produzent Kevin Gullberg konnten den Award persönlich entgegennehmen. Die Golden Razor Blade für den besten Langfilm des Festivals ging an das magisch realistische Genredrama BLAZE. Die australische Produktion von Künstlerin Del Kathryn Barton bewegte die sonst eher hartgesottenen Festivalbesucher zutiefst und man war sich einig: Dieses berührende Meisterwerk ist der beste Film des Festivals.
Zur äußersten Zufriedenheit der Organisatoren ging so die Jubiläumsausgabe des Festivals zu Ende und man ist sich sicher, dass es auch 2024 wieder heißen wird: Kino extrem in Regensburg!