Bayerischer Wald wird Deutschlands größter Waldnationalpark

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NEUSCHÖNAU. (obx) - Deutschlands ältester Nationalpark, der Bayerische Wald, soll künftig noch einen weiteren Superlativ für sich beanspruchen können: den als Deutschlands größter Waldnationalpark. Möglich machen soll das eine Erweiterung um rund 600 Hektar, etwa der Fläche von 1.000 Fußballfeldern. Damit wächst das als das "Grüne Dach Europas" bekannte geschützte Gebiet von 24.250 Hektar auf dann 24.850 Hektar - exakt 100 Hektar mehr als der aktuell größte Waldnationalpark Deutschlands, der Nationalpark Harz in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Umweltminister Thorsten Glauber präsentierten die Pläne jetzt bei einem offiziellen Geburtstagsbesuch im Bayerischen Wald im Nationalpark-Besucherzentrum Neuschönau (Kreis Freyung-Grafenau).

Spitzenreiter unter allen deutschen Nationalparks an Land bleibt auch künftig der Nationalpark Müritz, der mit einer Fläche von 32.000 Quadratmetern weite Teile der Mecklenburgischen Seenplatte umfasst, aber eben kein klassischer Waldnationalpark ist. Der Nationalpark Bayerischer Wald, 1970 geschaffen, gilt heute als einmalige Erfolgsgeschichte, um Menschen für die Natur zu begeistern: Er zieht heute jährlich rund 1,3 Millionen Besucher an und ist Motor für die touristische Regionalentwicklung. Der Freistaat Bayern will in den kommenden Jahren rund 3,5 Millionen Euro in die Hand nehmen, um den seit 50 Jahren bestehenden Park für die kommenden Jahrzehnte zu rüsten: "Der Nationalpark ist ein Schatz, den wir schützen und schätzen. Wir erhalten unsere Schöpfung und setzen Impulse für die Entwicklung der Region", sagte Ministerpräsident Söder in Neuschönau. 

Neue Projekte sollen ihn noch attraktiver machen: Am nordischen Skizentrum Finsterau/Wistlberg soll ein Besucherschwerpunkt für barrierefreies Naturerleben entstehen. Auch die Erstellung eines Gutachtens für ein umfassendes System zur Lenkung der Besucher und des Verkehrs ist vorgesehen. Daneben sollen die Teufelsbachklause als Denkmal historischer Holznutzung sowie die im Erweiterungsgebiet gelegene Reschbachtalstraße saniert werden. Insgesamt rund 3,5 Millionen Euro sollen dazu bis 2024 investiert werden.

  

Zur weiteren Steigerung der Anziehungskraft des Nationalparks läuft bereits ein Sonderprogramm des Freistaats. Die beiden Besucherzentren, das Hans-Eisenmann-Haus und das Haus zur Wildnis, bringt Bayern inhaltlich auf den aktuellsten Stand und saniert die beiden Gebäude nach modernen Energiesparstandards. Zusätzlich ertüchtigt der Freistaat die über 350 Kilometer markierten Wanderwege und etwa 200 Kilometer markierten Radwege.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Umweltstaatsminister Thorsten Glauber (von links) präsentierten vor Ort die Pläne zur Erweiterung. (Foto: obx-news/Bayerische Staatsregierung)