Domstadt als Hochburg des zeitgenössischen Tanzes

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REGENSBURG. Die Regensburger Tanztage gehören seit vielen Jahren zu den wichtigsten Ereignissen im zeitgenössischen Tanz in Bayern.  Das Festival vereint jedes Jahr eine Auswahl national und international erfolgreicher Tanzproduktionen und fördert darüber hinaus kontinuierlich die regionale Tanzszene.

Im letzten Jahr mussten die Tanztage wegen des zweiten Lockdowns im November leider kurzfristig komplett abgesagt werden.  Umso mehr freuen sich die Veranstalter um Festivalleiter Hans Krottenthaler vom Kulturzentrum Alte Mälzerei nun vom 9. bis 28. November wieder ein umfangreiches Programm anbieten zu können. Zu den Höhepunkten der diesjährigen Ausgabe gehören zwei Produktionen, die auch schon bei der Tanzplattform Deutschland 2020 in München begeistert gefeiert wurden. Der junge Münchner Choreograf Moritz Ostruschnjak setzt sich in „Autoplay“ gemeinsam mit seinen famosen TänzerInnen mit den Möglichkeiten und Abgründen des WorldWideWeb auseinander. Das Künstlerkollektiv La Macana widmet sich mit dem Choreografen Samir Akika in „Pink Unicorns“ dem nicht immer einfachen Verhältnis zwischen den Generationen.

Theater Regensburg Tanz "Sand" /  12. November / Velodrom - 19:30 Uhr
Das Thema „Sand“ weckt vielfältige Assoziationen: Strände, Erholung, auf Sand mit nackten Füßen laufen, aber auch ungewohnte Herausforderungen für den Bewegungsapparat. Sandstrände passen sich den Küsten an, dem Meer, dem Wind und formen sich um. In seinem neuen Tanzabend zeigt Tanzchef Georg Reischl, wie sich Systeme verändern – in der Natur und in der Gesellschaft. Gemeinsam mit den TänzerInnen erforscht er diese Veränderungen, die in den Bewegungen sinnlich sichtbar werden. Georg Reischl hat für seine Choreografie Musik des Komponisten Nils Frahm ausgewählt.

Antrilope Social (Dis)Dancing - Interaktibe Installation / 10., 11. und 12. November / Theater an der Uni, ab 13 Uhr
Bei dieser Installation ist Mitmachen angesagt: Endlich mal wieder richtig tanzen, sich mit anderen gemeinsam im Raum bewegen. Um jede Person bildet sich ein Ring, zwischen den Personen erscheinen virtuelle Linien. Es ertönt eine angenehme Musik. Farbe, Form, Dynamik wechseln nach versteckten Regeln, die es spielerisch zu erforschen gilt. Die interaktive Installation von Antrilope spielt mit den Corona Abstandsregeln. Es geht um Nähe und Distanz, um Verbindung und Kontakt trotz auferlegtem Abstand. Die Installation kann jederzeit betreten und verlassen werden.

Internationale Aids-Tanzgala / 13. November / Velodrom, 19.30 Uhr
Die Aids-Tanzgala bietet wieder ein hochkarätiges Programm aus internationale renommierten Tanzensembles und SolotänzerInnen. Unter anderem haben sich Dor Mamalia und das Het Nationale Ballet aus Amsterdam angekündigt. Die Staatsoper Hannover kommt mit einer Choreografie von Marco Goecke und Giuseppe Spota kreiert sogar extra ein neues Stück für die Gala. Natürlich wird auch Theater Regensburg Tanz mit einer Choreografie den Abend bereichern. Als Moderator konnte der Journalist und Autor Peter Jungblut für den Abend gewonnen werden.

Tanztheater Annette Vogel "Klapptbestimmt24" / 14. November / Alte Mälzerei, 15 Uhr
Alles klappt immer, täglich 24 Stunden. Bestimmt. In der neuen Produktion "klapptbestimmt24" geht es um Grenzen. Zeitliche, räumliche, körperliche und soziale Grenzen, die unser tägliches Leben in vielerlei Hinsicht bestimmen. Am Ende klappt eben doch nicht alles. Drei junge Erwachsene, drei RollstuhlfahrerInnen und drei Tänzerinnen mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebenserfahrungen stellen sich den Fragen zu Grenzen, Barrieren und Übergängen und wecken dabei immer wieder neue Assoziationen und Geschichten. Für BesucherInnen ab sechs Jahren geeignet.

Solotanznacht Internationale Preisträger / 19. und 20. November / Theater an der Uni, 20 Uhr
Die Solotanznacht präsentiert die Preisträger des Solo-Tanz-Theater-Festivals von Stuttgart 2021. Sie zeigt herausragende junge TänzerInnen mit ihren prämierten Stücken und bietet gleichzeitig einen spannenden Einblick in die neuesten Entwicklungen der internationalen Tanzszene. Zu erleben sind: Arnau Pérez De La Fuente (Spanien) mit "Single", Eva Urbanová (Slowakei) mit "The Essence", Breeanne Saxton (USA) mit "Legaxy xx",  Geovan Conceicao (Brasilien) mit "Fissurar"- Tushrik Fredericks (Südafrika) "(territory) of the heart" und Cassandra Arnmark (Schweden) mit "Simply something somewhere else".

Moritz Ostruschnjak "Autoplay" / 24. und 25. November / Theater an der Uni, 20 Uhr
Moritz Ostruschnjak ist die große Entdeckung der deutschen Tanzszene. Der junge Münchner Choreograf beschäftigt sich zusammen mit seinen famosen TänzerInnen u.a. mit den Veränderungen der körperlichen und sozialen Erlebnisfähigkeit in Zeiten der Digitalisierung und Virtualisierung und schafft dabei ebenso mitreißende wie inspirierende Produktionen. Seine Arbeiten machen Spaß und nachdenklich zugleich. In "Autoplay" bringt er die Chancen und Schattenseiten des WorldWideWeb verführerisch und aufreibend auf den Punkt.

La Macana / Samir Akika / 27. und 28. November / Theater an der Uni,  20 Uhr
Mit viel Selbstironie und Humor geht es in "Pink Unicorns" um das nicht immer leichte Verhältnis zwischen den Generationen. Langjährige Erfahrung trifft auf jugendliches Ungestüm. Vermeintliche Abgeklärtheit wird voll Neugier infrage gestellt. Der Drang von Vater und Sohn, sich die Bühne zu teilen, ist die Gelegenheit, sich als Zuschauer:in in beiden widerzuspiegeln: Väter, Mütter, Söhne, Töchter. Ein intensiver, sehr persönlicher Abend, der, so quietschbunt und fröhlich er daherkommt, um Wesentliches kreist. Komisch, berührend, beeindruckend.

Ausführliche Informationen und Tickets gibt es unter www.alte-maelzerei.de.

 

 

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La Macana; Foto: Juan Antonio Gamez
Moritz Ostruschnjak; Foto:Franziska Strauss
Solotanznacht Cassandra; Foto: Jo Grabowski
Antrilope; Foto: Clemens Rudolph