OBERVIECHTACH. 2012 gründete sich das OVIGO Theater in Oberviechtach mit vier Darstellern, die einmal im Jahr ein Theaterstück auf die Bühne bringen wollten. Mittlerweile ist der Verein bei 400 Mitgliedern, zuletzt 18.000 Jahresbesuchern und hat mit der Förderung durch den Zweckverband „Neue Bühne Oberpfalz“ den Schritt zur Professionalität gepackt. So ist nun aus dem Jahr 2026 der umfangreichste Spielplan der Geschichte geworden.
Neben Musicals wie „Spamalot“, Schauspielen wie „Das Experiment“, Krimidinnern wie „Das Geheimnis der Blutgräfin“ oder Konzertabenden wie „Unstillbare Gier“ gibt es auch wieder Stücke für Kinder. Im Sommer wird die große Open-Air-Produktion „Robin Hood“ Premiere feiern. Mit „Nur ein Tag“ gibt es auch ein Stück für kleinere Bühnen, das zudem mobil an Schulen oder Kindergärten gespielt werden kann. Am vergangenen Wochenende stiegen die Premieren-Veranstaltungen im Emil-Kemmer-Haus Oberviechtach. Über 200 kleine und große Besucher zeigten sich begeistert und auch gerührt.
„Nur ein Tag“ basiert auf einer Bilderbuchgeschichte von Martin Baltscheit und ist beim OVIGO Theater ab 21. Februar zu sehen. „Dies wird ein emotionales, anrührendes und auch sehr witziges Stück über Liebe, Freundschaft und den Tod“, so Intendant und Regisseur Florian Wein. „Es passt perfekt zu unserem Jahresthema ‚Die Zeit, die uns bleibt‘“, sagt Wein. In spielerischer Art und Weise wird den Kindern ein eigentlich schweres Thema nähergebracht. Wein sagt: „Es ist zwar auch traurig, aber dennoch sehr lustig – ein ganz besonderes Stück.“ Die Besucher würdigten das Stück mit einem langem Applaus und knipsten mit den Darstellern noch zahlreiche Fotos.
Zum Inhalt: Ein Fuchs und ein Wildschwein schauen einer Eintagsfliege beim Schlüpfen zu. Doch sie wissen bereits, dass das keine gute Idee ist. Denn die süße kleine Fliege, die sich da gerade streckt, hat eben nur 24 Stunden zu leben, und was, wenn man sich gut versteht? Oder – noch schlimmer – sich verliebt? Fuchs und Wildschwein bringen es nicht übers Herz, ihr die Wahrheit zu sagen. Sie erklären der Fliege ihre Traurigkeit kurzerhand mit der Lüge, dass es der Fuchs ist, der am Ende des Tages den Löffel abgibt. Die junge Fliege ist ehrlich gerührt und beschließt: „Wer nur einen Tag hat, der braucht das ganze Glück in 24 Stunden.“ Und so beginnt eine große Abenteuerreise – allerdings mit einem unvermeidlichen Ende.
Autor Martin Baltscheit ergründet leicht und humorvoll die philosophischen Fragen unseres Lebens: Hat man immer genügend Zeit zum glücklich sein? Was sollte man unbedingt erleben, bevor es zu Ende geht? Und was gehört unweigerlich zum Leben dazu? „Die drei Freunde erleben alles, was zum Leben dazugehört“, so Regisseur Florian Wein. „Schule, Freunde finden, die erste Liebe, Hochzeit, Kinder kriegen, Ehealltag und das Leben als Senioren.“
„Nur ein Tag“ wird an regulären Terminen noch an verschiedenen Spielstätten zu sehen sein. Weiter geht es in der Regionalbibliothek Weiden (7./8. März), im Gutsstadl von Schloss Guteneck (25./26. April) oder im Rathaussaal Schwarzenfeld (2./3. Mai, immer 15.00 Uhr). Das Stück ist auch für Schulen und Kindergärten buchbar. Alle Informationen und die Ticketbestellung gibt es über ovigo-theater.de.
Für das Stück, das ab einem Alter von fünf Jahren geeignet ist, gibt es zwei Besetzungen. Der Fuchs wird von Max Hegner (aus Weiden) oder Daniela Stanilewicz (Falkenstein) gespielt. In die Rolle des Wildschweins schlüpfen Erasmus Gerhards (Pettendorf) oder Paula Klepser (Teunz). Charlotte Bielefeldt (Regensburg) oder Rita Heindl (Nabburg) spielen die Eintagsfliege. Eine weitere Fliege wird von Martina Baumer (Oberviechtach) oder Natalie Sporrer (Regensburg) verkörpert, die auch für Live-Musik zuständig ist.