BURGLENGENFELD. Mundartmusik bezeichnet Musik, deren Texte in einem lokalen Dialekt verfasst sind, statt sich der Hochsprache zu bedienen. Die Verwendung von Mundarten ist besonders in der Volksmusik und – weit seltener – in der volkstümlichen Musik zu beobachten, bleibt jedoch nicht auf diese Genres beschränkt. Der Einsatz von Mundart ist auch kennzeichnend für die Neue Volksmusik. Mundartrock als Sparte der Mundartmusik bezeichnet Rockmusik, gesungen in einem der verschiedenen Dialekte der deutschen Sprache. Wir dies einmal erleben möchte, hat am Samstag, 21. Oktober 2017 um 20 Uhr im VAZ in Burglengenfeld die Gelegenheit.
Lenze & de Buam
„Dua di ned obe, ...“ - ein Ratschlag, erwachsen aus bayrischer Lebensklugheit, ist Titel des zweiten Albums von Lenze und de Buam. Diese Klugheit, die über Jahrhunderte gereift, will dem Menschen sagen, er solle sich nicht in etwas hineinsteigern, sich nicht zum Kasper machen. Sie entschleunigt Nervosität, Agression und übereifer. Es liegt also auf der Hand, dass Lenze und seine Musiker ihr neues Album geruhsam eingespielt haben und die Scheibe das Gemütvolle betont. Tatsächlich begegnet sie dem Hörer mit viel Seele, variantenreichem Witz, mit hüpfendem und melancholischem Herzen und sehr viel Leichtigkeit. Klar, Probleme gibt es auch, ein paar klärende Worte könnten einen Vater-Tochter Konflikt beenden, aber auch Lösungen, eine Liebe entflammt durch beidseitiges Wollen neu.
Fortbewegungsmittel samt Besatzung künden von Aufbruch und ersehnten Zielen, der Astronaut, der Gummibärle klaut mit seiner Rakete, der Kaktusfander im Zug und der galante Doktor im Cabrio auf der Frauenhatz. Und Häuser hat es. Das der Schnecke, und das frisch erbaute, das so schief ist, dass der „Moasta“ Erklärbedarf hat und immer neue Gründe finden muß, warum dem so ist. Schräg, Haus wie Begründungen, die allerdings sind in ihrer gewitzten Vielfalt ausgesprochen überzeugend und schlüssig! Nach Wacken will er, gemeinsam mit dem „Deifi“, der aber erst noch sein Grillfleisch einpacken muß, auf die Jagd geht er nicht ohne ordentlich Zielwasser und stößt auch noch auf den Eisbären, der mit einem Pfau eine Liaison eingehen will.
Lenze hat eine liebevolle, innige Freude an seinen Themen. Er entwickelt eine Art „grünen Daumen“ für Wortpflanzungen, die er mit Geduld anbaut, mit Ideen düngt und in Phantasie erblühen läßt. Das Ergebnis in seiner plakativen aber auch filigranen Farbigkeit und kunstvollen Verästelung, ist für den staunend hörenden Betrachter ein befreiendes. Man mag lachen, juchezen und vielleicht auch eine Träne durch die Wimpern sickern lassen.
Genannte Phantasie spiegelt sich auch in seinen Melodien wieder, die durch die fähigen Buam, der farbigen Instrumentierung, der Mehrstimmigkeit angereichert und mit Hilfe wechselnden Bausteine in textverschmelzende Musikstile gebettet werden - sie sind immer eingängig, überraschend und spannend, dazu regen sie die Blutbildung an. Diese Leichtigkeit - mögen andere Songschreiber mehr Tauben, weitere eher Falken oder beizeiten auch Tölpel sein, so gleicht Lenze mehr einer Schwalbe, einem „Schwaiberl“, das sich mit artistischen Wortwindungen und elegantem Harmonienschwung über starre Begrenzungen hinwegsetzt und einschränkenden Verengungen geschickt ausweicht.'..., s Lebm is wia a Gobe“! - Heu. Mist. Stimm. Kuchen. - Genau. Gringo Bavaria
Gringo Bavaria ist beileibe keine typische junge Rockband: Statt in abgewetzten Jeans stehen die fünf Musiker im selbstgeschneiderten Outfit auf der Bühne: Zylinder, Anzugweste, Uniformjacke und Cowboyhalstuch. Statt englischsprachiger Cover gibt es bei ihren Konzerten nur eigene Songs auf die Ohren. Und anstatt aus Spaß gemeinsam nur ein biss- chen Krach zu machen, nehmen Bartholomäus und seine Band-Kollegen Matthäus Weiß, Vitus von Aygn, Hubertus und Hieronymus Greidler ihre Musik überaus ernst. So ernst, dass sie in Bezug darauf nur mit ihren urig bayerischen Künstlernamen in Verbindung gebracht werden wollen. Alter, Beruf, Wohnort – „Was spielt das schon für unsere Musik für eine Rolle?“, sind sie sich einig. Denn obwohl es Gringo Bavaria erst seit rund einem Jahr gibt, spielen die fünf Musiker schon eine gefühlte Ewigkeit zusammen. 2009 standen sie das erste Mal in der heutigen Kombo auf der Bühne. Als Steve O. & The Shaky Bones machten sie sich in der Region einen Namen. Auf ihrer Playlist stand vor allem Rock ’n’Roll der 50er und 60er Jahre: El- vis Presley, Chuck Berry und die jungen Rolling Stones.
Da Rocka & da Waitler
Wenn Rock und Pop mit Neuer Volksmusik fusionieren, wenn ein oberbayrisches Akkordeon Motörhead-Klassiker zum Besten gibt und dabei die ausverkaufte Münchner Olympiahalle komplett ausrastet, dann handelt es sich um eine Begegnung mit dem Sound von Da Rocka & Da Waitler aka DRDW.
Seit 2012 sind Florian Pfsterer und Florian Pledl unter diesem Bandnamen unterwegs. Die Vollblutmusiker waren bis dahin in unterschiedlichen Combos tätig, nach ihrem Zusammentreffen entwickeln sie ihren eigenen Stil aus Rock, Reggae, Grunge, Balkan und Punk und taufen den Mix (nach dem bayerischen Wort Quetsch’n für Akkordeon) auf den Namen „Authentic Quetsch’n Crossover“.
Die Kombination aus rockigem Sound und vorwiegend mundartlichen Texten erweist sich als Volltreffer beim Live-Publikum und so spielen DRDW schon bald bei Events, nach denen sich jeder Nachwuchskünstler die Finger leckt. Ob beim Münchner Musiksommer im legendären Theatron, beim Taubertal-Festival, dem Full Metal Mountain und sogar im Mekka der Heavy-Fans in Wacken rocken die beiden Live-Maniacs die Menge, dass es eine wahre Freude ist. Lohn der Mühe: 2016 schaffen es DRDW tatsächlich ins Vorprogramm der Abschiedstournee von Status Quo, den Helden ihrer Jugend und sichern sich auch hier die Sympathien des Publikums - ein großartiges Vorzeichen für die neue Single und das neue Album!
Oder wie es DRDW so treffich ausdrücken: „Mit einem Akkordeon und einer Gitarre kann man richtig abgefahrene Dinge machen.“
Kleine Bayrischkunde:
Der Bandname setzt sich aus den beiden Protagonisten zusammen. Da Rocka (=der Rocker) bezieht sich auf die musikalischen Wurzeln und Vorlieben von Florian Pfsterer. Mit Da Waitler ist Florian Pledl gemeint. Dieser Begriff leitet sich vom bayerischen Begriff „Woid“ (dt. Wald) ab und bezeichnet einen „Ureinwohner des bayerischen Waldes.'
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